Natriumhaltige Lebensmittel

September 27, 2017

Lebensmittel mit Natrium sorgen in Deinem Körper für die Regulierung des Wasserhaushaltes und des Säuren-Basen-Gleichgewichts. Lies hier, welche Lebensmittel am meisten Natrium enthalten.

Natriumhaltige Lebensmittel

Warum ist Natrium wichtig?

Der Mineralstoff Natrium ist an zahlreichen Funktionen und Prozessen im menschlichen Körper beteiligt und daher lebenswichtig. Er reguliert den Wasserhaushalt, Blutdruck, die Leistungsfähigkeit generell, die Konzentration und im Besonderen die Denkfähigkeit. Zudem sind Nerven und Gehirn auf die Natriumversorgung angewiesen und benötigen es für die Reizleitung ebenso wie für die Regulation der Abläufe.

Dein Tagesbedarf an Natrium

Dein Tagesbedarf an dem Mineralstoff richtet sich zum einen nach Deinem Alter, zum anderen nach Deinem Belastungsgrad und der Ausscheidungsmenge.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, abgekürzt auch als DGE bezeichnet, liegen die Schätzwerte für den Bedarf an Natrium für:

  • Säuglinge bis vier Monate bei 100 Milligramm pro Tag, bis 12 Monate 180 Milligramm pro Tag
  • Kinder bis vier Jahre bei 300 Milligramm pro Tag, bis sieben Jahre bei 410 µg, bis zehn Jahre bei 460 Milligramm pro Tag und bis 13 Jahre 510 Milligramm täglich
  • Erwachsene und Jugendliche ab dem 13. Lebensjahr bei 550 Milligramm pro Tag
  • Schwangere, Stillende und Sportler haben keinen veränderten Bedarf

Allerdings handelt es sich hierbei natürlich nur um durchschnittliche Richtwerte. Wer viel Sport treibt, durch körperliche Arbeit, Wärme oder krankheitsbedingt viel schwitzt, hat einen erhöhten Bedarf - da nicht nur mehr verbraucht, sondern auch viel Natrium ausgeschieden wird.

Auch, wenn Du Dich exakt an die Vorgaben der DGE hältst, solltest Du Deinen Natriumspiegel also regelmäßig kontrollieren und gegebenenfalls mehr natriumhaltige Lebensmittel auf Deinen Speiseplan setzen oder diese streichen.

Natriumhaltige Lebensmittel

Salz

Enthält 38,85 g Natrium /100 g

Bereits die chemische Formel von Salz - NaCl - lässt auf einen hohen Natriungehalt schließen. Da sehr viele Speisen gesalzen werden, ist ein Natriummangel auch äußerst selten.

Oliven

Enthalten 2,1 g Natrium /100 g

Auch nicht-eingelegte und ungesalzene Oliven enthalten von Natur aus Natrium.

Salami

Enthält 1,64 g Natrium /100 g

Diese Wurstsorte leifert eine beachtliche Menge an Natrium.

Schnittkäse

Enthält 1,4 g Natrium /100 g

Bekannte Schnittkäsesorten sind Butterkäse, Gouda, Edamer oder Tilsiter. Sie alle enthalten eine nennenswerte Menge an Natrium.

Reis

Enthält 1 g Natrium /100 g

In Reis ist von Natur aus etwas Natrium enthalten. Auch dieses ist für die tägliche Natriumversorgung relevant.

Natriumhaltige Lebensmittel: Reichen Sie heute noch aus?

Natrium ist in Lebensmitteln oftmals in eher zu hohem, als zu geringem Maße vorhanden. Du kannst Deine Natriumversorgung in der Regel also allein über Lebensmittel sicherstellen. Tatsächlich ist eher die Überversorgung - zumindest statistisch gesehen - ein größeres Problem.

Wobei helfen natriumhaltige Lebensmittel?

Ohne Natrium erleidet der Körper schwere Schäden, denn der Mineralstoff ist an zahlreichen Funktionen beteiligt.

Funktion 1: Muskelfunktion

Wie bereits erwähnt, sind natriumhaltige Lebensmittel für die Funktion der Muskeln unerlässlich. Wer viel Sport treibt, trinkt und schwitzt viel und hat dadurch einen deutlich erhöhten Bedarf. Zum einen, weil größere Mengen des Natriums verbraucht werden. Zum anderen, weil große Mengen des Mineralstoffs durch Schweiß und Urin ausgeschieden werden.

Funktion 2: Nervengesundheit

Für die Regulierung der Nerven und des Gehirns muss ausreichend Natrium zur Verfügung stehen. Nicht nur die Reizweiterleitung ist davon betroffen, auch Konzentration und allgemeine Denkfähigkeit profitieren von einer optimalen Natriumversorgung.

Das schlägt sich sowohl im Allgemeinbefinden als auch in der Bewältigung des Alltags nieder.

Funktion 3: Versorgung mit Calcium

Die Ausscheidung von Natrium über die Nieren ist an die Ausscheidung von Calcium gekoppelt. Im Klartext: Wer beispielsweise viel trinkt oder übermäßig viel Natrium aufnimmt, verliert bei jedem Gang zur Toilette auch große Mengen Calcium. Zugleich sind die beiden Mineralstoffe aber auch in anderen Bereichen aufeinander angewiesen, beispielsweise bei der Kontrolle der Muskeln.

Der Mineralstoff hat daher auch einen Einfluss auf die Versorgung mit Calcium.

Funktion 4: Regulierung des Blutdrucks

Eine unzureichende Natriumversorgung zieht häufig einen niedrigen Blutdruck bis hin zu Schwächeanfällen nach sich. Zu viel des Mineralstoffs hingegen kann einen erhöhten Blutdruck erzeugen. Eine angepasste Versorgung und ein stimmiger Spiegel halten den Blutdruck gesund und konstant.

Funktion 5: Regulierung des Wasserhaushalts

Zu wenig Natrium bedeutet auch, dass zu wenig Wasser im Körper verbleibt. Viele Prozesse im Körper können dann nur noch eingeschränkt ablaufen. Abbauprodukte und Giftstoffe können nicht mehr effizient ausgeschwemmt und ausgeschieden werden.

Im Umkehrschluss heißt das, dass Natrium den Wasserhaushalt kontrolliert und reguliert - dies ist auch wissenschaftlich bewiesen.

Was passiert, wenn Du zu wenige natriumhaltige Lebensmittel isst?

Ein Natriummangel, kann sich oftmals durch die folgenden Symptome äußern:

  • Dehydrierung
  • Niedriger Blutdruck bis hin zu Schwächeanfällen
  • Geistige Verwirrung
  • Muskelzittern, Krämpfe und Schwäche
  • Kopfschmerzen
  • Neurologische Störungen

Natriumpräparate als Alternative?

Wie bereits erwähnt, ist ein Natriummangel ausgesprochen selten. Lebensmittel enthalten in der Regel mehr als genug des Mineralstoffs, was oftmals eher zu einer Überversorgung als zu einem Mangel führt.

Präparate sind daher für gewöhnlich unnötig. Handelt es sich um einen geringfügig zu niedrigen Natriumspiegel, dürfen Speisen etwas mehr gesalzen werden. Eine gezielte Zuführung ist nur dann nötig, wenn ein akuter und immenser Verlust besteht. In diesen Fällen handelt es sich bei den Präparaten jedoch normalerweise um Lösungen, die intravenös zugeführt werden und nicht um freiverkäufliche Tabletten.

Worauf solltest Du bei den Natriumpräparaten und Lebensmitteln achten?

Du solltest bei den Natriumpräparaten auf die tatsächliche Notwendigkeit achten. Erst, wenn Du Deinen Natriumwert kennst, ein Mangel eindeutig nachgewiesen wurde und dieser sich nicht durch natriumhaltige Lebensmittel beheben lässt, solltest Du zu entsprechenden Präparaten greifen.

Ähnlich verhält es sich bei den natriumhaltigen Lebensmitteln. In Maßen sind sie gesund, allerdings kann eine Überversorgung durch sie ebenfalls möglich sein.

Was passiert bei einer Natriumüberversorgung?

In diesem Fall sind die folgenden Symptome und Risiken möglich:

  • Bluthochdruck
  • Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Calciummangel mit einem erhöhten Risiko für Osteoporose
  • Ödeme, also Wasseransammlungen
  • Übermäßiges Schwitzen
  • Kopfschmerzen
  • Eingeschränkte Nierenfunktion mit einhergehender Vergiftung des Körpers, da Giftstoffe und Abbauprodukte nicht mehr ausgeschwemmt werden

Diese Symptome können sich auch schleichend entwickeln. Ein entsprechender Bluttest kann hier aufschlussreich sein.

Wie sollten natriumhaltige Lebensmittel aufgenommen werden?

Diese sollten am besten gemeinsam mit Calcium aufgenommen werden. Beide Mineralstoffe bedingen und benötigen sich in vielen Bereichen gegenseitig. Zudem solltest Du natriumreiche Lebensmittel in Maßen und angepasst an Deinen Bedarf verzehren. Sonst kann sich rasch eine Überversorgung bemerkbar machen.

Quellen

  • K. D. Bock: Natrium und Hypertonie : das Symposion, das am 20./21. Juni 1980 stattfand, wurde von der Melusin Schwarz GmbH, Monheim, organisiert. Wolf, 1981, ISBN 3922979017
  • M. Hřivnáč: Natrium, Kalium. In "Z. Anal. Chem.", 176(1960), 6, Springer Science + Business Media, ISSN 0016-1152
  • A. Dahlmann: Natrium- und Wasserhaushalt. In "DMW - Deutsche Medizinische Wochenschrift", 139(2014), 31/32, Thieme Publishing Group, ISSN 0012-0472
  • F. Aulinger: Kohlenstoff in Natrium. In "Fresenius Zeitschrift für Analytische Chemie", 217(1966), 2, Springer Science + Business Media, ISSN 0016-1152
  • A. F. Holleman: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. de Gruyter, 2007, ISBN 9783110177701
  • H. Albertz: Automatische Natrium-Fluxometrie. In "Biophysik", 4(1968), 3, ISSN 0301-634X
  • W. Sternik: Den Gesamtkohlenstoff in Natrium. In "Fresenius Zeitschrift für Analytische Chemie", 230(1967), 1, ISSN 0016-1152